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Haus Tobias
Bildungs- und Begegnungszentrum der
Klinikseelsorge im Bistum Augsburg

                                                  Gedanken zum Abschied

 
Am 17. November 2005 wurde ich als Leiter des Hauses Tobias mit einem Fest eingeführt. Ich war zwar ganz am Anfang meiner Berufstätigkeit (1983-1986) in der Kinder- und Frauenklinik Josefinum tätig gewesen, hatte dann aber als Ausbildungsleiter für Pastoralassistenten und als Leiter des Instituts für „Theologisch-Pastorale-Fortbildung“ im Haus Katharina von Siena nur noch wenig Berührungspunkte mit der Klinikseelsorge.
Deshalb war es für mich sehr hilfreich, dass ich im Herbst 2004 als Stellvertretender Leiter des Hauses Tobias beginnen konnte und die Chance hatte, mich sowohl in die Klinikseelsorge des Klinikums Augsburg einzuarbeiten, als auch das Weiterbildungstrainings zum Kursleiter zu absolvieren.
Es dauerte nicht lange, da entdeckte ich, dass dieser Stellenwechsel ein Glücksfall für mich war. Nicht nur, weil ich hier meine beiden Berufe Theologe und Psychologe sehr gut verbinden konnte, sondern auch weil mich die Spiritualität des Hauses Tobias sehr ansprach: Die Geschichte vom Tobias, dem Gott in großer Not einen Engel zur Hilfe schickt, hat mich schon immer sehr angesprochen und auch die moderne Kunst im Raum Tabor von Herbert Dlouhy. Der Raum Tabor mit seinen großen, nach Osten ausgerichteten Fenstern eignet sich besonders zur Meditation. Jeden Tag im KSA-Kurs oder auch im Palliative-Care Kurs für Seelsorgende beginnen wir mit einem Morgenlob im Meditationsraum Tabor. Auf dem Berg Tabor geschieht die Verklärung Jesu. Der Evangelist Lukas, der selbst Arzt war, hat die Verklärung in seinem Evangelium (LK 9,28-36) kurz vor Jesu Einzug in Jerusalem platziert. Jesus hat sein Sterben und seinen Tod vor Augen und auf dem Berg Tabor erscheinen ihm Moses und Elija und sprechen mit ihm „über sein Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte (LK 9,31).“ Jesus wird durch Gott gestärkt, diesen Leidensweg bis zu seinem bitteren Ende am Kreuz zu gehen. Er spürt in einem kurzen Moment den offenen Himmel über sich und erfährt die Stärkung durch Gott.
Für die Kurse im Haus Tobias und die verschiedenen Gruppen hat der Meditationsraum Tabor eine starke Ausstrahlung.

Ausbildungskurse für Klinikseelsorgende
Neben den Ausbildungskursen für Klinikseelsorge wurde das Haus Tobias auch zu einem echten KSA-Institut, in dem auch Kursleitungstrainings und thematische Fortbildungen angeboten werden. Um dies zu ermöglichen, musste ich mich noch einmal auf einen längeren Ausbildungsweg bei der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychiologie (DGfP) begeben, bis ich im Herbst 2011 nach erfolgreichem Kolloquium als Lehrsupervisor anerkannt wurde.
Medizinethik
Ein weiterer Schwerpunkt bildete sich im Haus Tobias im Bereich Medizinethik heraus. Prof. Dr. theol. Rupert Scheule hatte ein Verfahren für die Durchführung ethischer Fallbesprechung in schwierigen Entscheidungssituationen (MEFES) entwickelt, aber noch nirgends praktisch durchgeführt. Ich stellte einen Kontakt zu Dr. Tilmann Becker dem Leiter der Stroke Unit am Klinikum Augsburg her, dort führten wir MEFES viele Male durch und werteten die Fallbesprechungen wissenschaftlich aus. Nachdem das Verfahren ausgereift war, führten wir in den folgenden 12 Jahren jährlich einen MEFES Kurs durch. Er ist inzwischen fester Bestandteil der Fortbildungen im Haus Tobias, es konnte ca. 200 Moderatoren für ethische Fallbesprechungen in Süddeutschland ausgebildet werden. Dafür wurde ein eigener Verein, das Augsburger Forum für Ethik in der Medizin (AFEM e. V.) gegründet. Die Kooperation erfolgt mit der Uni Regensburg, wo Prof. Scheule inzwischen als Moraltheologe tätig ist. Darüber hinaus wurden im Bereich Medizin-Ethik insgesamt 15 Ethik-Cafés zu aktuellen Themen durchgeführt. Zweimal im Jahr findet eine Schreibwerkstatt Patientenverfügung statt. In dieser Schreibwerkstatt ist es möglich, mit einer Vertrauensperson, die man als Bevollmächtigte einsetzen möchte, eine Vorsorgevollmacht auszufüllen.
In Zeiten der Corona-Pandemie gewinnt die Medizinethik zunehmend an Bedeutung. Wie können in der Krise die zur Verfügung stehenden Intensivbetten und Beatmungsgeräte gerecht verteilt werden? Wie schnell dürfen bei der Entwicklung von Impfstoffen Tests an Menschen durchgeführt werden? Wie werden Berufe, die in der Pandemie besonders belastet sind, besser bezahlt?
Palliative-Care für Seelsorgende
Im Bereich Palliative-Care für Seelsorgende erarbeiteten wir in den letzten drei Jahren in einer Arbeitsgruppe für die deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) einen Lehrplan für die Ausbildung der Seelsorgerinnen und Seelsorger. Pfarrerin Margret Ehni von der evangelischen Landeskirche Württemberg hat mit mir mehrere Kurse für Seelsorgende im Haus Tobias in Kooperation mit der Leiterin der Palliativstation Dr. Irmtraud Hainsch-Müller durchgeführt. Neu im Haus ist auch die Kindertrauergruppe Panther Power, die ich zusammen mit zwei Kolleginnen von der Uniklinik Augsburg und dem Klinikum Josefinum leite.
Lehrauftrag in Pastoralpsychologie
Seit 1997 hatte ich im Wintersemester einen Lehrauftrag in Pastoralpsychologie an der Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. Im ersten Jahren hielt ich wöchentlich eine Vorlesung. Als die Zahlen an der Theologischen Fakultät immer kleiner wurden, führte ich die Veranstaltung als Blockfortbildung durch. Dankbar bin ich der Palliativstation der Uniklinik, die den Studierenden ihr Konzept erläuterte. Auch der Leiter der Pathologie, Prof. Dr. Bruno Merkel, war mit großem Einsatz für die Studierenden da und führte uns in die Arbeit der Pathologie ein, die ja viele nur aus Kriminalfilmen kennen. Er brachte die jungen Theologinnen und Theologen mit der Grenze des Lebens in Berührung.
Dank an das Haus Tobias Team
Was wäre das Haus Tobias ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Schon im Jahre 2003 haben Marlies Bernhard und Uschi Schmid ein Seelsorgekonzept für die Begleitung von Eltern entwickelt, die ein Kind in der Schwangerschaft oder rund um die Geburt verloren haben. Dieses Konzept wurde in einem Buch: „Wenn Eltern um ihr Baby trauern“ von Marlies Bernhard, Doris Kellner und Ursula Schmid veröffentlicht.
Maria Fath hat den Schwerpunkt Psychotraumathologie aufgebaut und den Verein: „Traumahilfenetzwerk Augsburg und Schwaben e. V.“ gegründet, der Aus- und Fortbildungen zum Traumaberater*in und zur Traumatherapeut*in durchführt. Im neuen Jahr wird Pastoralreferentin Elvira Blaha, die bereits zum Haus Tobias Team gehört, diesen Schwerpunkt übernehmen. Frau Fath hat auch zusammen mit Gudrun Fackler und dem evangelischen Pfarrer Johannes Steiner aus Kaufbeuren eine Zusatzqualifikation zur Psychiatrieseelsorge neu konzipiert. Gudrun Fackler hat neben vielen anderen Fortbildungen die Trauerfortbildung im Haus Tobias wiedereingeführt und bietet dazu zusammen mit der Kontaktstelle Trauerbegleitung eine Zusatzqualifikation an. Ihnen allen gilt mein Dank, besonders auch meiner evangelischen Kollegin Claudia Weingärtler, die mit mir KSA-Kurse durchführt. Ihr ist die ökumenische Ausbildung der Klinikseelsorge ein Herzensanliegen.
Sehr dankbar bin ich auch für unsere Sekretärinnen und unsere Hauswirtschafterin, die sich mit großer Liebe und Umsicht um die Kursteilnehmer*innen und Gäste im Haus kümmern. Gerade in diesen Corona Zeiten ist hier sehr viel Mühe und Sorgfalt erforderlich.
Dank an die Diözese
Ich danke der Diözese Augsburg für die beständige Unterstützung des Hauses Tobias, besonders Bischof Bertram Maier, der schon als Hauptabteilungsleiter der Seelsorge das Haus sehr unterstützt hat. Danken möchte ich auch der jetzigen Hauptabteilungsleiterin Pastoralreferentin Angelika Maucher für ihre große Unterstützung. Bereits in ihrer Zeit als Abteilungsleiterin für die Kranken- und Krankenhausseelsorge hat sie eng mit dem Haus Tobias und dem Sprecherkreis zusammengearbeitet und uns nach Kräften unterstützt. Dem neuen Abteilungsleiter Pfr. Michael Saurler, der auch Leiter der Klinikseelsorge an der Universitätsklinik Augsburg ist, bin ich dankbar, dass er die Ausbildung der Klinikseelsorger an der Uniklinik mit seinem Team unterstützt und jetzt auch seinen Sitz im Haus Tobias hat.  Auch der Leitung der Universitätsklinik danke ich sehr für diese Möglichkeit des praktischen Einsatzes.
Ich freue mich, dass ich mit Pfr. Reiner Hartmann bereits einen KSA Kurs durchführen konnte, der uns beiden – trotz Corona Pandemie – sehr viel Freude gemacht hat. Mein Wunsch ist, dass Sie ihm das gleiche Vertrauen entgegenbringen, dass ich in diesen 15 Jahren erfahren durfte.
Danke für alle guten Begegnungen in den letzten Jahren, bleiben Sie in dieser Corona Zeit gesund und behütet.


Herzliche Grüße


Dr. Gerhard Kellner
ehemaliger Leiter des Hauses Tobias

Montag, 08.03.2021 - Freitag, 02.07.2021

 


jeden Mittwoch (außer in den Ferien)

"Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen; er ist nicht ferner als vor der Tür des Herzens"...





16. April 2021, EMDR-Methode für alle Therapeut*innen mit EMDR- Vorbildung 17. April 2021, KReST-Modell für Therapeut*innen mit Vorbildung in Traumatherapie bei Lutz Besser.

mithilfe von EMDR •mithilfe der KReST™-Modell (Körper-, Ressourcen- und Systemorientierte...


Freitag, 16.07.2021

 



Montag, 30.11.2020, 14.00 Uhr - Freitag, 04.12.2020, 13.00 Uhr mit Mittagessen

Begegnung von Seelsorgenden der Gehörlosen-, Schwerhörigenseelsorge, Blinden- oder...


Wir treffen uns Dienstags, im Abstand von 3 - 4 Wochen

des Palliativzentrums an der Uniklinik Augsburg


nach Vereinbarung

Einzelkontakte oder Gruppenkontakte



jeden Montag, 18.00 – 19.30 Uhr, keine Veranstaltungen in den Schulferien (Beginn: 11.01.2021)

 


Termine: siehe Liste

Klar kommunizieren lernen


21./22.01.2021, 04./05.03.2021, 29./30.04. 2021, 08./09.07.2021

 


Dienstag, 26.01.2021, 09.30 Uhr - Mittwoch, 27.01.2021, 16.00 Uhr

 



Samstag, 13.02.2021

Finde deinen Rhythmus und bewahre deine Ruhe!


Freitag, 26.02. - Samstag, 27.02.2021

Neue Felder öffnen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen durch den Körperdialog